Der Inhaber des kleinen, feinen Verlags im Münchener Osten schwört auf eine ausgiebige Mittagspause. Sein Unternehmen ist sein Lebenswerk, die Angestellten betrachtet er als erweiterte Familie. Arbeitstag für Arbeitstag lädt er sein Team großzügig zum Italiener ums Eck ein. Kneifen gilt nicht. Während die einen die großzügige Geste und die kurze Auszeit im Herzen von Haidhausen genießen, fühlen sich andere Kollegen vom generösen Chef fast zwangsbeglückt.
So wie der IT-Experte Klaus, der lieber durcharbeiten würde, unruhig auf den Espresso und das Signal zum Aufbruch wartet, sich aber dem Gruppendruck fügt: „Die anderen lieben die ausgiebige Mittagspause, ich will da nicht quertreiben.“ Zur charmant ausgefüllten Patriarchenrolle des mitteljungen Chefs gehöre nun mal das Mittagsritual, seufzt er und registriert erstaunt die Anwaltsteams am Nebentisch, die offenbar ebenfalls gerne mit der halben Kanzlei einkehren.
Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl, steigert die Leistung, das Gehirn reorganisiert sich in Pausen: Diese Binsenweisheiten und all die klugen Studien dazu, dass ein unterzuckertes Gehirn seine Zellen nur schwer in Gang bringt, die können die meisten zitieren.
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/wohl-bekomm-s-mittagspause-und-zwar-richtig-11738990.html
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