Gibt es gute französische Küche, die nicht im Michelin-Führer steht? Mais oui. Das Kritiker-Team Le Fooding entdeckt ein neues Universum.
Während einige Franzosen noch gar nicht richtig fassen können, dass Frankreich keine Grande Nation mehr sein soll, feiert Le Fooding,
Gastrobewegung aus Paris, eine Riesenparty, um eben all das zu
zelebrieren, was zum kulinarischen wie kulturellen Untergang des Landes
geführt hat: Burger, Brunch, Papierservietten, chinesische Nudeln, Wein
aus Neuseeland. Le Fooding lädt zwei-, dreimal im Jahr zu öffentlichen
Freiluft-Dinnern ein, genannt Le Grand Fooding oder Foodstock.
Zuletzt wurde im Juli gefeiert, es gab Musik und einen Cocktail aus
Ricard und Graupen, gemixt von einem jungen Schweden namens Magnus
Nilsson aus Järpen, 600 Kilometer nördlich von Stockholm, wo er rohen
Elch, Birkensaft und über Wacholderzweigen gegarte Meeresfrüchte
serviert, aber sicher keine Beurre blanc oder blanchierte Erbsen. Das
Time Magazine schrieb über das Grand Fooding, es sei "the coolest food event known to men".
Einmal im Jahr, immer im November, gibt Le Fooding einen
Restaurantführer für Paris und Frankreich heraus, der italienische Bars
und kambodschanische Imbisse empfiehlt, dem die Einrichtung einer
Pizzeria im 18. Arrondissement so wichtig ist wie die sautierten
Garnelen des großen Alain Ducasse und der einige Sterneköche komplett
ignoriert.
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