Thursday, 6 October 2011

Französische Küche Über den Sternen

Gibt es gute französische Küche, die nicht im Michelin-Führer steht? Mais oui. Das Kritiker-Team Le Fooding entdeckt ein neues Universum.

Während einige Franzosen noch gar nicht richtig fassen können, dass Frankreich keine Grande Nation mehr sein soll, feiert Le Fooding, Gastrobewegung aus Paris, eine Riesenparty, um eben all das zu zelebrieren, was zum kulinarischen wie kulturellen Untergang des Landes geführt hat: Burger, Brunch, Papierservietten, chinesische Nudeln, Wein aus Neuseeland. Le Fooding lädt zwei-, dreimal im Jahr zu öffentlichen Freiluft-Dinnern ein, genannt Le Grand Fooding oder Foodstock. Zuletzt wurde im Juli gefeiert, es gab Musik und einen Cocktail aus Ricard und Graupen, gemixt von einem jungen Schweden namens Magnus Nilsson aus Järpen, 600 Kilometer nördlich von Stockholm, wo er rohen Elch, Birkensaft und über Wacholderzweigen gegarte Meeresfrüchte serviert, aber sicher keine Beurre blanc oder blanchierte Erbsen. Das Time Magazine schrieb über das Grand Fooding, es sei "the coolest food event known to men". Einmal im Jahr, immer im November, gibt Le Fooding einen Restaurantführer für Paris und Frankreich heraus, der italienische Bars und kambodschanische Imbisse empfiehlt, dem die Einrichtung einer Pizzeria im 18. Arrondissement so wichtig ist wie die sautierten Garnelen des großen Alain Ducasse und der einige Sterneköche komplett ignoriert.
 

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