Der Wiener Essigbrauer Erwin Gegenbauer erzeugt luxuriöse Elixiere.
Jetzt erfüllt er sich mit einem alten Fass einen Kindheitstraum.
Wien, Gudrunstraße 119 im zehnten Bezirk. Es ist zwei Uhr nachts. Auf dem
hell erleuchteten Parkplatz vor einem Supermarkt trifft gerade ein Schwertransport mit
ungewöhnlicher Fracht ein. Auf dem Tieflader liegt ein 15 Tonnen schweres Holzfass, 3,5 Meter
im Durchmesser und 5 Meter hoch.
Das Holz-Ungetüm, größer als jedes Weinfass dieser Welt, wird an
einem riesigen Spezialkran befestigt, er soll das Ding über eine acht
Meter hohe Mauer hieven, um es dann dahinter in einem Hof
wiederabzuladen. Eine kleine Gruppe von Schaulustigen aus der
Nachbarschaft hat sich jetzt auf dem Parkplatz versammelt. Sogar ein
Kameramann vom Fernsehen ist herbeigeeilt und filmt die ungewöhnliche
Nacht- und Nebelaktion.
Bestellt wurde die sperrige Fracht von Erwin Gegenbauer, dessen
Wiener Essigfabrik sich gleich neben dem Parkplatz befindet. "So ein
Fass wollte ich schon lange haben", sagt Gegenbauer und streicht mit der
Hand sanft über das Holz. "Es ist alt, aber in einem perfekten Zustand.
So etwas wird heute nicht mehr gebaut."
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