Sunday, 16 June 2013

Gleich gibt’s Saures

Der Wiener Essigbrauer Erwin Gegenbauer erzeugt luxuriöse Elixiere. Jetzt erfüllt er sich mit einem alten Fass einen Kindheitstraum.

Wien, Gudrunstraße 119 im zehnten Bezirk. Es ist zwei Uhr nachts. Auf dem hell erleuchteten Parkplatz vor einem Supermarkt trifft gerade ein Schwertransport mit ungewöhnlicher Fracht ein. Auf dem Tieflader liegt ein 15 Tonnen schweres Holzfass, 3,5 Meter im Durchmesser und 5 Meter hoch.
Das Holz-Ungetüm, größer als jedes Weinfass dieser Welt, wird an einem riesigen Spezialkran befestigt, er soll das Ding über eine acht Meter hohe Mauer hieven, um es dann dahinter in einem Hof wiederabzuladen. Eine kleine Gruppe von Schaulustigen aus der Nachbarschaft hat sich jetzt auf dem Parkplatz versammelt. Sogar ein Kameramann vom Fernsehen ist herbeigeeilt und filmt die ungewöhnliche Nacht- und Nebelaktion.
Bestellt wurde die sperrige Fracht von Erwin Gegenbauer, dessen Wiener Essigfabrik sich gleich neben dem Parkplatz befindet. "So ein Fass wollte ich schon lange haben", sagt Gegenbauer und streicht mit der Hand sanft über das Holz. "Es ist alt, aber in einem perfekten Zustand. So etwas wird heute nicht mehr gebaut."


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