Jeder, der gerne reist und gerne isst, kann Geschichten erzählen von
kulinarischen Erweckungserlebnissen am Straßenrand, von Garküchen und
Trottoirrestaurants in Hanoi oder Kyoto, Bangkok oder Kanton, die aus
nichts anderem als einem Eisentopf mit glühenden Kohlen, einem großen
Kessel mit brodelnder Brühe, ein paar Plastikschemeln bestehen. Hier
hockt man in Feinschmeckers Himmelreich, das seine Pforten niemals
schließen möge, knackt unter Sternen und Tamarinden Krebse und
Langusten, zahlt lächerliche fünf, sechs Euro, die man für ein Spottgeld
hält. Und dann kommt man nach Hause zurück, sieht im Vorbeigehen, was
wirklich billig ist: Döner für 2,80 Euro, Currywurst für 2,20 oder
McDonald’s-Plastikpampe für 1,99 - und fragt sich, ob wir noch ganz bei
Trost sind, so billig und so schlecht zu essen.
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